Zum Wohle aller

Wie ein Bier die Nachbarschaft bereichert

Der HTW-Absolvent André Weigold und jetzige Vertriebsleiter des Biermarktes und Social Business Quartiermeister für die Regionen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kommt mit einem spannenden Gastvortrag an die HTW Dresden. Er berichtet über Quartiermeister.

Quartiermeister ist eine Biermarke aus Berlin und ein Social Business, bestehend aus einem Unternehmen und einem Verein. Pro verkauftem Liter Bier spendet Quartiermeister 10 Cent an soziale Projekte in der Nachbarschaft. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen fließt der erzielte Gewinn nicht in private Taschen oder Anteilseigner*innen, sondern zurück in die Gesellschaft; in Projekte, die die Nachbarschaften bereichern. Jede*r kann online mitentscheiden, wohin die Gelder fließen. Bis heute konnte Quartiermeister rund 130.000 Euro an mehr als 125 Projekte in den Nachbarschaften der jeweiligen Stadt ausschütten.

Wer mehr dazu erfahren möchte, ist herzlich willkommen und trifft Herrn Weigold am 4. Dezember um 9.20 Uhr im Unterricht von Prof. Dr. Nicola Neuvians an der HTW Dresden
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Ho’oponopono: die hawaiianische Art der Mediation

Da Konflikte so alt wie die Menschheit sind, finden sich je nach Kultur und Zeitqualität verschiedenste Ansätze der Konfliktbeilegung. Es existieren umfangreiche Mehr-Schritt-Verfahren unter Einbeziehung einer oder mehrerer neutraler Personen, aber auch simple Entscheidungshilfen werden eingesetzt, wie das Werfen einer Münze zum Beispiel oder ein sportlicher Wettkampf. Letzteres wurde eindrucksvoll von Vorständen zweier Telekommunikationsfirmen aus Neuseeland im Jahr 2003 eingesetzt, indem sie ihren 120.000 NZ$-Konflikt mit drei Runden Armdrücken beilegten und seither als Paradebeispiel der alternativen Konfliktbeilegung gelten.

Ein anderes Beispiel findet sich auf der Insel Hawaii. Dort wird ein Verfahren zur Beilegung von Konflikten praktiziert, welches vor allem innerhalb der Familie und dort bestehenden Uneinigkeiten erfolgreich eingesetzt wird. Im Hawaiianischen wird es Ho’oponopono genannt und heißt soviel wie „in Ordnung bringen“. Im Wesentlichen handelt es sich um einen von einer Einzelperson moderierten Prozess. In der Regel wird die Moderation vom Familienoberhaupt, einer weisen Person oder dem ältesten Familienmitglied durchgeführt. Gelingt es der Familie nicht, ihren Konflikt beizulegen, wird eine außenstehende, fachlich bewanderte Respektperson hinzugezogen, der so genannte „uao-Mediator“.

Den Ablauf des Verfahrens kann man sich in etwa so vorstellen: alle Beteiligten aus dem Familienclan kommen zusammen und sitzen in einer Runde. Die leitende Person eröffnet das Gespräch, nicht ohne vorher die Ahnen und geistige Welt anzurufen, damit diese bei der Lösung der Probleme behilflich sind. Dann fragt sie, ob alle Anwesenden bereit sind, alles zu tun, was zur Wiederherstellung des Friedens notwendig ist. Wenn diese bejahen, geht es los. Es folgt dann ein Mehr-Schritt-Verfahren, welches zunächst der klassischen in Deutschland praktizierten Mediation ähnelt. Zunächst werden die Probleme rückhaltlos beschrieben. Es wird ein Raum für den Unmut und andere Gefühle der Beteiligten eröffnet. Allerdings richten sich die Beteiligten in ihren Beschreibungen ausschließlich an das Familienoberhaupt/Mediator (und nicht den Konfliktgegner), sodass eine Beobachtung des anderen möglich wird und die unmittelbare, den Konflikt meist verfestigende Replik vermieden wird.

Anschließend geht es um die Frage, was die Beteiligten jeweils brauchen, damit sie wieder versöhnt sind. Auch diese Phase erinnert an die Interessenfindung in der klassischen Mediation, wobei im hawaiianischen Verfahren erheblich mit Schuldbekenntnissen, Reuebezeugungen und Vergebung gearbeitet wird. Dafür wird soviel Zeit in Anspruch genommen, wie benötigt wird. Das Ergebnis wird schließlich mit einem Ritual besiegelt und es wird vereinbart, von der Angelegenheit nicht mehr zu sprechen. Gerade diese Tabuisierung des Alten setzt klare Grenzen und scheint den Prozess effektiv werden zu lassen. Ergänzend muss jedoch festgestellt werden, dass das Ho’oponopono-Verfahren weitaus mehr beinhaltet als gerade geschildert. Es geht um einen umfassenden Ansatz mit sich selbst im Reinen zu sein, mit seinem Körper, mit der Erde und der Natur, mit den Mitmenschen wie auch mit der geistigen Welt.

In unserer Kultur wäre das Ho‘oponopono-Verfahren nicht wirklich denkbar. Doch auch in deutschen Familienunternehmen finden sich Personen, die für die Klärung eines Konflikts und die anschließende Durchführung eines Mediationsverfahrens geeignet wären. Vorher definierte Prozesse und erlernte Kommunikationswerkzeuge helfen bei der disziplinierten und letztlich erfolgreichen Durchführung im Streitfall. Dabei sollte die Selbstorganisation von Familienunternehmen gerade bei der Konfliktbearbeitung eine große Rolle spielen. Familienunternehmen mit Konflikten fürchten nichts mehr als die Öffentlichkeit, sodass sie sich selbst durch Fortbildungen und Trainings in die Lage der effektiven Konfliktbearbeitung bringen können und somit die von ihnen gewünschte Vertraulichkeit wahren. Die drei, weiter oben geschilderten Ho’oponopono-Verfahrensbesonderheiten, also die in der Problemschilderungsphase strikte Ausrichtung auf das Familienoberhaupt, das für die Klärungsphase uneingeschränkt bestehende Zeitfenster sowie das abschließende Sprechverbot über das Alte, können die klassische Mediation dabei sinnvoll ergänzen.

Aloha!

Vortragsankündigung Universität Leipzig

Ist das Selbstverständnis des Unternehmers noch das Gleiche? Oder befindet es sich deutlich im Wandel?

Dieser Fragestellung geht Prof. Dr. Nicola Neuvians in ihrem Vortrag am 22. Juni an der Universität Leipzig nach. Dabei wirft sie einen Blick auf die Führungsebenen von Mehrgenerationen-Familienunternehmen, die für sich betrachtet bereits Neuerungen unterliegen. Ferner wird das Selbstverständnis von Start-up-Unternehmern (=Gründern) näher betrachtet und in gemeinsamer Diskussion dem Unternehmerbild des klassischen Familienunternehmers gegenübergestellt.
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Vortragsankündigung HTW Dresden

PD Dr. Mechthild Isenmann

Unternehmerfamilien müssen sich von Generation zu Generation dem Nachfolgethema widmen. Bis heute stellt die Unternehmensnachfolge eine große Herausforderung dar, da die Beteiligten finanzielle, rechtliche, unternehmerische aber auch emotionale Hürden zu nehmen haben. Doch welche Strategien verfolgten Familienunternehmen vor unserer Zeit? Frau PD Dr. Mechthild Isenmann von der Universität Leipzig wird uns am Mittwoch, 20. Juni 2018 um 17 Uhr zu dem Thema

„Fugger, Imhoff und Pamgartner – Strategien zu Kontinuiität und Nachfolge von Unternehmen des 15. und 16. Jahrhunderts“

spannende Einblicke geben können. Frau Dr. Isenmann ist studierte Historikerin und seit 2010 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Leipzig. Zuletzt habilitierte sie zum Thema der inner- und zwischenfamiliären Konfliktlösung oberdeutscher Handelshäuser im 15. und langen 16. Jahrhundert.

Geschichts- und Nachfolgeinteressierte sind herzlich willkommen.

Mediation in agilen Unternehmen ?!

DSC_0578Der Konsens ist in neuartigen Arbeitsstrukturen verpönt und nicht erstrebenswert. Agile und sich selbstorganisierende Unternehmen setzen hingegen auf andere Prozesse. Denn die Welt der Arbeit befindet sich im Wandel: Neue Formen der Zusammenarbeit ergeben sich, flache Hierarchien durchbrechen alteingesessenes Regel- und Hoheitsdenken.

Ein Beispiel für moderne Organisationspraxis ist die Holokratie (engl. Holacracy). Doch welche Reibungspunkte und Konflikte ergeben sich in dieser Form der sozialen Interaktion? Wie lassen sich entstandene Konflikte adressieren und in konstruktive Bahnen leiten, wenn kein Chef das letzte Wort hat? Welche Rolle kann dabei Mediation spielen – intern wie extern?

Eva Maria Hohenberger (M.A. International Business) wird im Rahmen des in diesem Jahr stattfindenden Mediationskongress in Weimar ihre Ergebnisse einer von Prof. Dr. Nicola Neuvians betreuten empirischen Masterarbeit (HTW Dresden) zum Thema der Konfliktdynamik in holokratischen Unternehmensstrukturen vorstellen. Sie sollen als Ausgangspunkt dienen, einen Austausch rund um die Thematik der konstruktiven Konfliktbearbeitung in neuen Formen der Zusammenarbeit anzuregen.

Kommen Sie doch auch.

Ort: CongressCentrum Weimarhalle
Datum: 8./9. Juni 2018
Veranstalter: BAFM, BM, BMWA