Organisationale Gerechtigkeit


Bedingungen organisationaler Gerechtigkeit haben sich als ausgesprochen wirksame Einflussgrößen auf arbeitsrelevante Mitarbeitereinstellungen und -verhaltensweisen erwiesen. In der Theorie wurden diverse Modelle entwickelt, die verschiedene Gerechtigkeiten unterscheiden: die Verteilungsgerechtigkeit, die Prozessgerechtigkeit, die interpersonale Gerechtigkeit und die informationale Gerechtigkeit.

Insbesondere bei Change-Projekten macht es Sinn, diese Gerechtigkeiten im Blick zu halten. Sobald Mitarbeiter und Kollegen durch Neuerungen verunsichert werden, könnten Aspekte von Fairness auf allen Unternehmensebenen und -bereichen relevant werden. Daher empfehlen wir Maßnahmen zur Absorption von Unsicherheit, die das Vertrauen in gerechte Entscheidungen erhöhen. Durch zahlreiche Studien ist belegt, dass Unsicherheit reduziert sowie Mitarbeitervertrauen und -engagement erhöht werden, wenn Bedingungen von Fairness im Unternehmen erfüllt sind.

So let’s be fair.

Zitat des Monats September 2018

„Bevor ich den Posten des Dekans der Rotman School of Management in Toronto übernahm, begleitete ich meinen Vorgänger bei der Arbeit. Ich ließ mir erzählen, womit er seine Zeit verbrachte. Schließlich traf ich die Entscheidung, dass ich ein Ziel verfolgen würde: ich würde Aufgaben, die mein Vorgänger noch selbst erledigte, loswerden, und zwar im Wert von 125 Tagen pro Jahr. Diese Zeit wollte ich mit Vorhaben verbringen, die kein anderer machen konnte. Dies schaffte ich durch Weiterbildung und Delegation. Denjenigen, mit denen das möglich war, konnten wir mehr Geld zahlen, und sie waren dankbar. Es war eine Win-Win-Situation, es gab keine Nachteile.“

Roger Martin (*1956), U.S.-amerikanischer Professor und bedeutender Managementvordenker

Zitat des Monats Juli 2018

„Die Überlebensfähigkeit von Unternehmen hängt von der bewussten strategischen Gestaltung instabiler Übergänge ab. … Ständige und bewusst erzeugte Instabilität in einem System kann böses Erwachen verhindern. Instabilität ist alles andere als eine Krise. Es ist vielmehr die wichtigste Voraussetzung zum Vermeiden von Krisen.“

 

Peter Kruse (1955-2015), Deutscher Psychologe und Vordenker der deutschen Managementlehre.

Vortragsankündigung Universität Leipzig

Ist das Selbstverständnis des Unternehmers noch das Gleiche? Oder befindet es sich deutlich im Wandel?

Dieser Fragestellung geht Prof. Dr. Nicola Neuvians in ihrem Vortrag am 22. Juni an der Universität Leipzig nach. Dabei wirft sie einen Blick auf die Führungsebenen von Mehrgenerationen-Familienunternehmen, die für sich betrachtet bereits Neuerungen unterliegen. Ferner wird das Selbstverständnis von Start-up-Unternehmern (=Gründern) näher betrachtet und in gemeinsamer Diskussion dem Unternehmerbild des klassischen Familienunternehmers gegenübergestellt.
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