Sachsen überzeugt als Standort für Familienunternehmen

Der bundesweite Vergleich hat ein außerordentliches Ergebnis für Sachsen in Sachen Standortqualität ergeben. Nur Bayern war noch attraktiver.

Einer Analyse des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zufolge konnte Sachsen insbesondere in den Bereichen Arbeit und Humankapital sowie Finanzierung glänzen. Die Kinderbetreuung, Schulbildung und der Bildungsstand der erwerbsfähigen Bevölkerung traten positiv hervor, genauso wie die geringe Verschuldung des Bundeslandes und die hohe Verfügbarkeit von Fördermitteln.

In den Bereichen Steuern, Infrastruktur und Institutionen konnte Sachsen allerdings weniger punkten.

Die Ergebnisse werden von der Stiftung Familienunternehmen, der Auftraggeberin der Studie, visuell ansprechend zur Verfügung gestellt: -> hier.

Vielleicht gehört besonders den sächsischen Familienunternehmen ja die Zukunft. Jens Tönnesmann hat dazu einen schönen Artikel mit dem Titel „Wir sind wieder da“ geschrieben. -> hier.

Nachhaltige Unternehmensführung durch Nachfolge

Dienstag, 21. Juni 2022, 15:00 bis 17:30 Uhr
Nachfolge statt Neugründung – eine interessante berufliche Perspektive? Das kann tatsächlich ein spannender Weg sein. Denn: Immer mehr Unternehmen sind auf der Suche nach einer geeigneten Nachfolge. Auf der Online-Veranstaltung „Nachhaltig Wirtschaften – Nachfolge als Chance“ wird das Thema der Unternehmensnachfolge näher beleuchtet.

Was heißt eigentlich Nachfolge? Wer kommt dafür in Frage? Was gibt es bei der Unternehmensnachfolge zu beachten? Für diese Fragen wurden Expertinnen und Nachfolgerinnen eingeladen, die ihr Wissen teilen und spannende Einblicke aus der Praxis gewähren. Das Expertinnen-Team und die Gründerinnenzentrale beantworten gern die Fragen der Teilnehmerinnen und geben wertvolle Tipps für die Suche eines geeigneten Unternehmens.
Wer weiß – vielleicht ist eine Unternehmensnachfolge auch Ihr zukünftiger Karriereweg?

Die Veranstaltung ist kostenlos.
Ort: Die Veranstaltung findet über ZOOM statt.
Bitte melden Sie sich telefonisch unter Tel.: 44 02 23 45 oder per E-Mail info@gruenderinnenzentrale.de an.

Das Projekt Gründerinnenzentrale – Navigation in die Selbständigkeit wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Senatsverwaltung  für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Abteilung Frauen und Gleichstellung.

Wie digitalisiert man ein 150 Mrd. EUR-Business?!

Eine Frage, die der erfahrene Konzernmanager und Gründer Mirco Grübel (43) den Studierenden von Prof. Dr. Neuvians beantworten wird. Mit der Gründung seines Unternehmens myster.de in 2016 verfolgt er das Ziel, das Handwerk zu digitalisieren sowie Kunden- und Handwerkerinteressen optimal zusammenzubringen.

Das mediale Interesse ist groß: ZDF, RTL und Handelsblatt haben
bereits über myster.de berichtet. Selbst Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sowie der NRW-Wirtschaftsminister, Prof. Dr. Andreas Pinkwart, haben das Myster-Team am Dortmunder Hauptstandort besucht.
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Zum Wohle aller

Wie ein Bier die Nachbarschaft bereichert

Der HTW-Absolvent André Weigold und jetzige Vertriebsleiter des Biermarktes und Social Business Quartiermeister für die Regionen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kommt mit einem spannenden Gastvortrag an die HTW Dresden. Er berichtet über Quartiermeister.

Quartiermeister ist eine Biermarke aus Berlin und ein Social Business, bestehend aus einem Unternehmen und einem Verein. Pro verkauftem Liter Bier spendet Quartiermeister 10 Cent an soziale Projekte in der Nachbarschaft. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen fließt der erzielte Gewinn nicht in private Taschen oder Anteilseigner*innen, sondern zurück in die Gesellschaft; in Projekte, die die Nachbarschaften bereichern. Jede*r kann online mitentscheiden, wohin die Gelder fließen. Bis heute konnte Quartiermeister rund 130.000 Euro an mehr als 125 Projekte in den Nachbarschaften der jeweiligen Stadt ausschütten.

Wer mehr dazu erfahren möchte, ist herzlich willkommen und trifft Herrn Weigold am 4. Dezember um 9.20 Uhr im Unterricht von Prof. Dr. Nicola Neuvians an der HTW Dresden
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Ab wann ist ein Konflikt ein Konflikt?

Gesellschafter eines Familienunternehmens haben ein großes Interesse daran, Familienkonflikte zu vermeiden bzw. einen lösungsorientierten Umgang mit ihnen zu finden. Zahlreiche Praxisbeispiele veranschaulichen die zerstörerische Natur von Konflikten speziell in Familienunternehmen. Doch wie können Gesellschafter den Konflikt und seine besondere Natur erkennen und von herkömmlichen Familienkonflikten unterscheiden?

Wann beginnt ein Konflikt ein Konflikt zu sein?

Diese Frage ist sowohl in praktischer als auch theoretischer Hinsicht von Bedeutung. Konflikte werden von unterschiedlichsten Wissenschaftsdisziplinen erforscht und entsprechend ihrer Beobachtungsrichtung abweichend voneinander definiert. Die Juristen stellen beispielsweise den Dissens gemäß §§154,155 BGB fest, sobald es an einer Übereinstimmung von Willenserklärungen fehlt. Eine psychologische Definition bezeichnet den Konflikt hingegen als einen Zustand, der dann auftritt, wenn zwei einander entgegengerichtete Handlungstendenzen oder Antriebe (Motivationen) zusammen auftreten und sich als Alternativen in Bezug auf ein Ziel möglichen Handelns im Erleben des Betroffen äußern. Dieses Erleben führt zu Spannungen emotionaler Art, die oft als unangenehm empfunden werden (Fröhlich/Drever 1981). Eine pluridisziplinäre Betrachtung von Konfliktdefinitionen würde zahlreiche weitere Varianten hervorbringen (Neuvians 2011). Bereits im Jahr 1957 kamen die US-amerikanischen Wissenschaftler Ramond Mack und Richard Snyder zu dem Schluss, dass der Konfliktbegriff mit einem Gummi vergleichbar sei, welches je nach wissenschaftlichem Blickwinkel dehnbar ist (Mack/Snyder 1957).

Für die praktische Konfliktbearbeitung nach Neuvians & Co. wird vom Vorhandensein eines Konfliktes ausgegangen, sobald eine fortdauernde Negation der Negation vorliegt (Neuvians 2011, Simon 2012). Damit ist gemeint, dass ein einfacher Widerspruch nicht ausreicht, um von einem Konflikt zu sprechen. Sollte das Familienoberhaupt einem potentiellen Nachfolger mitteilen, dass es zeitnah seinen Unternehmenseintritt erwarte und dieser aber mit „Nein“ antworten, liegt nach dieser Definition noch kein Konflikt vor. Er beginnt erst mit der Negation des Widerspruchs und muss fortgesetzt werden, indem das Familienoberhaupt an das „Nein“ anknüpft, beispielsweise mit der Aussage „Wie … Nein? Natürlich kommst Du ins Unternehmen!“. Somit bedarf es kommunizierter Widersprüche, um von einem Konflikt sprechen zu können. Sie stellen eine besondere Form eines sich selbst organisierenden Sozialsystems dar (Bonacker, 2008; Neuvians 2011; Simon 2012). Für ein effektives Konfliktmanagement in Familienunternehmen geht es folglich darum, die besondere Dynamik dieses Sozialsystems zu verstehen und entsprechend danach zu handeln.

Dabei sind auch verschiedene Eskalationsstufen für die adäquate Wahl eines Konfliktbearbeitungsverfahrens zu berücksichtigen. Die Mediation ist beispielsweise nur für mittelstark eskalierte Konflikte geeignet. Entscheidend ist dabei die Wahrnehmung des Konflikts durch die Beteiligten: Liegt überhaupt ein Konflikt vor? Oder handelt es sich nur um eine familientypische Diskussion, die schnell vergessen ist? Die eingehende Analyse des Konflikts ist demnach im Konfliktbearbeitungsansatz nach Neuvians & Co. von besonderer Bedeutung. Die konkrete Arbeitsweise wird anhand der nachfolgenden Fallbeschreibung (Teil 1-3) veranschaulicht:

Fall 1. Teil
Fall 2. Teil
Fall 3. Teil