Mit Tobias Ragge im Gespräch.

Am 5. März 2021 moderierte Prof. Nicola Neuvians gemeinsam mit Becky Gilbert, Director Development der Organisation ASSIST eine Online-Gesprächsrunde zum Thema Familienunternehmen. Eingeladen war Tobias Ragge, CEO und Gesellschafter des Hotelportals HRS. Er stieg im Jahr 2004 als Assistent seines Vaters in das Unternehmen ein und rückte 2008 in die Geschäftsführung auf. In dem Gespräch wurden verschiedene Schlüsselmomente seiner Karriere beleuchtet, zu denen auch die aktuell noch andauernde Covid-19 Pandemie gehört.

“Für diese Ausnahmesituation kann Dich keiner vorbereiten,”

gibt Tobias Ragge zu, als es um seine Erfahrungen mit der Covid-19 Pandemie im letzten März ging. Nachdem die fatalen Auswirkungen innerhalb von sieben Tagen für das HRS-Geschäft sichtbar wurden, entwarf Tobias einen Krisenplan, der ihn das Unternehmen durch die ersten Monate steuern ließ: Kostensenkungen und die Datenanalyse zum Virusgeschehen hatten absolute Priorität. Gleichzeitig ging es auch um die Generierung neuer Geschäftsideen im Team. Krisenmanagement, wie beispielsweise die Evakuierung von Buschbrandopfern oder Reisender während der Pandemie ist nun ein neues HRS Geschäftsfeld. Tobias erklärte, dass diese Ideen, wie viele andere, quasi aus dem Nichts entstanden, da das sonstige Geschäft komplett eingebrochen war.

In der Diskussion wurde von Nicola dann das Thema der Krisenresilienz von Familienunternehmen angeschnitten:

Warum gelingt vielen Familienunternehmen in Krisenzeiten eine bessere Performance?“

Für Tobias liegt der Erfolg im Wesentlichen im persönlichen Engagement der beteiligten Personen. Als Eigentümer und CEO können schnelle und auch drastische Entscheidungen getroffen werden. Diese ermöglichen eine langfristige Ausrichtung, die mit viel Einsatz weiter verfolgt werden kann. Außerdem ist die Bereitschaft der Angestellten in Krisenzeiten „mit Anzupacken“ im Familienunternehmen stark ausgeprägt .

Das Gespräch wurde noch von vielen weiteren Beiträgen ergänzt. Das breit gefächerte Publikum (sowohl hinsichtlich des Alters als auch des fachlichen Hintergrunds) brachte sich sehr aktiv in die Diskussion ein und konnte viel vom Austausch zum Thema Familiennachfolge und Krisenmanagement profitieren. Eine schöne Veranstaltung.

Ein großer Dank geht an Becky Gilbert, Director of Development von ASSIST American Secondary Schools for International Students and Teachers, die Sponsoren der Veranstaltung sowie an die Autoren des Textes, der für diesen Blogeintrag herangezogen, in großen Teilen übernommen und ins Deutsche übersetzt wurde: Paula Franke ‘16, Daniel Sturm ‘20, ehemalige Stipendiaten der Organisation ASSIST.