Mediation in Deutschland

Laut des aktuellen Roland Rechtsreports 2015 wird von der großen Mehrheit der Bevölkerung der Gang zu Gericht als unangenehm empfunden. Das Bild vom prozessfreudigen Deutschen, der selbst bei Kleinigkeiten das Gericht bemüht, kann nicht aufrecht erhalten werden. Stattdessen lässt sich bei den Deutschen eine positive Einstellung den alternativen Streitbeilegungsverfahren und insbesondere dem Mediationsverfahren gegenüber feststellen.

Mit dem Gesetz zur Förderung der Mediation und anderer Verfahren der außergerichtlichen Konfliktbeilegung ist Mitte 2012 erstmals eine umfassende gesetzliche Regelung für die außergerichtliche Mediation in Kraft getreten. Vereinfacht kann die Mediation als ein vertrauliches Verfahren beschrieben werden, in dem die Beteiligten freiwillig und selbstbestimmt mittels eines neutralen Vermittlers eine nachhaltige Konfliktlösung finden. Die Mediation als Instrument der Streitbearbeitung wurde in Deutschland erst Anfang der 1990er Jahre entdeckt.

Als zentrales Ergebnis der vom Institut für Demoskopie Allensbach konzipierten und durchgeführten Erhebung lässt sich festhalten, dass die Bekanntheit des Mediationsverfahrens im Vergleich zum Vorjahr nochmals zugenommen hat. Das Institut führte bereits im fünften Jahr in Folge diese bevölkerungsrepräsentative Befragung durch. So haben 68 Prozent der Bevölkerung bereits von der Möglichkeit der Mediation gehört. Allerdings sind nur 45 Prozent der Bürger der Meinung, dass sich durch die Mediation viele Streitigkeiten beilegen lassen, 42 Prozent sind diesbezüglich skeptisch. Von den Personen, die bereits von der Möglichkeit der Mediation gehört haben und die damit zumindest teilweise auch weitere Informationen als Grundlage für ihr Urteil haben, ist mit 53 Prozent die Mehrheit davon überzeugt, dass sich mit den Methoden der Mediation viele rechtliche Auseinandersetzungen beilegen lassen.

Quelle: Roland Rechtsreport 2015