Eine Gesellschaft für Verantwortungseigentum?

Eine neue Rechtsform wird diskutiert. Über 600 Expert*innen fordern eine Gesellschaft für Verantwortungseigentum. Den Befürwortern geht es um eine robuste, missbrauchssichere Rechtsform, die kein Steuersparmodell sein soll, sondern „jungen und mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmen hilft, ihr Unternehmen treuhänderisch zu führen.“ (-> Stiftung Verantwortungseigentum)

Verantwortungseigentum wird danach wie folgt verstanden: es wird nur das Eigentum an der Unternehmensverantwortung, den Stimmrechten und damit der Kontrolle, gehalten, nicht aber am Unternehmensvermögen. Ein Verantwortungseigentümer hat kein Recht dazu, dass Unternehmensvermögen und die Gewinne für individuelle Zwecke zu verwenden.

Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde bereits ausgearbeitet.

Dieser Entwurf ist jedoch umstritten. So stören sich u.a. Vertreter von Familienunternehmen an dem Begriff; „er impliziert, dass nur die Manager dieser Unternehmen verantwortlich mit Eigentum umgehen, die Eigentümer des breiten Mittelstandes aber nicht“, argumentiert Albrecht von der Hagen. Aus Verbandssicht sei aber das Gegenteil der Fall: „Der Unternehmer ist beim Verantwortungseigentum nur noch Verwalter eines Lebenswerks“, ergänzt er. Weitere Gegenargumente werden genannt.

Hier bedarf es sicherlich einer ausführlichen Abwägung der Vor- und Nachteile dieser neuen Gesellschaftsform. Ein Thema, welches vom Masterstudiengang Mittelstand der HTW Dresden ausführlich diskutiert wird.