Gesellschafterkompetenz

Das Wittener Institut für Familienunternehmen hat gemeinsam mit dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers AG eine Studie über Qualifizierungsmaßnahmen von Gesellschaftern durchgeführt.

Gut vier von fünf Befragten halten die Gesellschafterqualifizierung für einen zentralen Erfolgsfaktor ihrer Unternehmung. Bisher wird die Fortbildung und Qualifizierung des Gesellschafternachwuchs jedoch wenig systematisch durchgeführt. In den befragten Unternehmen wird deutlich, dass hinsichtlich der Qualifizierung und dem damit verbundenen Aufwand zwischen Gesellschaftern, die im Unternehmen sind, und anderen Beteiligten (z.B. Ehegatten, Partner,…) unterschieden wird. Gerade die Gesellschafter, die nicht im Unternehmen tätig sind, sollten jedoch an das Unternehmen und seine betriebswirtschaftlichen Prozesse, aber auch an das Phänomen „Familienunternehmen“ und die damit verbundenen Dynamiken methodisch herangeführt werden.

Es konnte leider nicht herausgefunden werden, wie viel die befragten Unternehmen an Zeit und Geld in die jeweiligen Fortbildungen investieren, da die wenigsten dazu Angaben machen konnten.

Insgesamt lässt sich anhand der Ergebnisse feststellen, dass es sich bei der Qualifizierung von Gesellschaftern um ein noch neues Thema zu handeln scheint. Höchst erfreulich ist der Appell der Autoren der Studie, die Fortbildung der Gesellschafter nicht nur auf betriebswirtschaftliche Themen, sondern auch auf juristische und psychosoziale Aspekte zu lenken. Insbesondere das Konfliktmanagement wird als ein wesentlicher Bestandteil der Gesellschafterkompetenz angesehen.

-> Zur WiFu/PwC-Studie

Weiterführende Literatur:

EQUA-Stiftung (Hrsg.) (2011). Gesellschafterkompetenz. Die Verantwortung der Eigentümer von Familienunternehmen. Bonn: Unternehmer Medien.

Neuvians (2011). Mediation in Familienunternehmen. Chancen und Grenzen des Verfahrens in der Konfliktdynamik. Wiesbaden: Gabler.