Das Spendenversprechen

Bill Gates und Warren Buffet haben ein großes Versprechen initiiert. Zusammen mit mindestens 30 Milliardären und weiteren wohlhabenden Individuen und Familien haben sie sich verpflichtet, die Hälfte ihres Vermögens für karitative Zwecke zu verwenden. Dieser „Giving Pledge“ ist keine rechtlich verbindliche Vereinbarung, sondern beruht allein auf einer moralischen Verbindlichkeit. Versprechen dieser Art funktionieren in den USA recht gut. So war auch der „Alternative Dispute Resolution Pledge“ sehr erfolgreich. Mehr als 4.000 Unternehmen und 1.500 Kanzleien haben mit ihrer Unterschrift dort zum Ausdruck gebracht, dass sie flexible, kreative und konstruktive Lösungswege für Wirtschaftskonflikte unterstützen und somit bevorzugt kollaborative Verfahren wie zum Beispiel die Mediation einsetzen möchten.

Aus deutscher Sicht ist hierbei interessant, dass sowohl das US-amerikanische Rechtssystem als auch die US-amerikanische Spendenlandschaft Versprechen dieser Art rechtfertigen. Gerichtsverfahren können für amerikanische Unternehmen den Ruin bedeuten, sodass es nahe lag, kostengünstigere Alternativen zu suchen und durch ein Pledge zu vereinfachen. Die Professionalisierung von Wohltätigkeit hat in den USA ebenfalls bereits eine lange Historie, sodass eine Ansammlung und Veröffentlichung der US-amerikanischen Finanzpower in Form eines „Giving Pledge“ ebenfalls nachvollziehbar ist.

Doch wäre diese Art Versprechen auch für deutsche Milliardäre von Interesse? Dies gilt es sicher zu diskutieren. Selbst einzelne US-Milliardäre scheinen sich im Hinblick auf ihre Teilnahme ein wenig gesträubt zu haben. So kommentierte Larry Ellison, Gründer und Präsident (CEO) des US-Softwarekonzerns Oracle, seinen Beitritt zum „Giving Pledge“ wie folgt: „I have already given hundreds of millions of dollars to medical research and education, and I will give billions more over time. Until now, I have done this giving quietly – because I have long believed that charitable giving is a personal and private matter. So why am I going public now? Warren Buffett personally asked me to write this letter, because he said I would be „setting an example“ and „influencing others“ to give. I hope he’s right.